Logo fief Jubiläum

Das Frankfurter Institut für Erziehungshilfen und Familienbegleitung wurde im Januar 1993 im Vereinsregister eingetragen, heute können wir auf eine 25 jährige Vereinsgeschichte zurückblicken.

Mit dem damals neuen Kinder- und Jugendhilfegesetz KJHG wurden erstmals ambulante Hilfen zur Erziehung (aHzE) eingeführt. Ein Umdenken in der Jugendhilfe hatte begonnen. Neben stationären Angeboten, die bedeuten, dass Kinder und Jugendliche aus den Familien heraus genommen werden, sollte Hilfe und Unterstützung nun in die Familien kommen. Wir schauen somit heute auch auf das über 25 jährige Angebot der ambulanten Hilfe in der Erziehung zurück.

Das Fachfeld der aHzE unterlag einer ständigen Veränderung, die großen Einfluss auf unsere Arbeit und Organisation hatte. Anfang 1993 war der Verein noch obdachlos. Mitte 1993 wurden die ersten Räume in der Alte Gasse 27-29 im Hinterhaus angemietet und mussten renoviert und umgebaut werden. Als ich im Januar 1994 dazu kam war der Ausbau noch voll im Gange. Die erste Aufgabe bestand also darin, mit Hand anzulegen und handwerkliche Arbeiten zu erledigen. Ende 1994 konnte die Einrichtung dann eröffnet werden.

Persönliche Gründe führten dazu, dass zum Ende des Jahrhunderts Vorstandsmitglieder und die Geschäftsführerin aus dem Verein ausschieden. Der neu konzipierte Vorstand vertraute mir, nach kommissarischer pädagogischer Leitung, dann auch die Geschäftsführung an. In diese Wirren fiel auch noch die Expansion nach Höchst. Die Ereignisse überschlugen sich buchstäblich.

Die neue Aufgabe der Sozialpädagogischen Lernhilfe als Hilfe zur Erziehung - einzigartig in der BRD - sowie eine gewünschte stärkere Zusammenarbeit mit dem Sozialrathaus Höchst machten eine weitere Expansion nötig. Um kurze Wege zu behalten wurde 2000 die zweite Einrichtung in Höchst eingerichtet.

Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten insgesamt sechs Kolleginnen und Kollegen bei fief e.V.  und die Mitarbeiterzahl stieg nun rasant an. Eine bereits begonnene Zusammenarbeit zur Beratung von Jugendlichen, damals noch mit dem Arbeitsamt, wurde um 1,5 Stellen ausgebaut. In dieser Zeit gab es einen besonders hohen Bedarf Jugendliche zwischen 16 – 27 in Ausbildung und Arbeit zu bringen.

Es folgten große Projekte, jetzt mit der Agentur für Arbeit, wie MOVE, Bewerbungszentrum und EQJ. Räume in der Justinuskirchstraße wurden angemietet, die bald zu klein waren und zusätzliche Anmietungen erfolgten. Mit dem Umzug ins Mertonviertel begann auch das Ende dieser wertvollen Arbeit. 2007 hatten sich die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt verändert. Durch Ausschreibung bekamen wir keinen Projektzuschlag mehr, mit unseren Tariflöhnen waren wir zu teuer.

Schon längst war die Einrichtung in der Alte Gasse 27-29 zu klein, um die ansteigende Mitarbeiterzahl in den stark nachgefragten Hilfen zur Erziehung zu bedienen. Die Geschäftsstelle zog zunächst in die Glauburgstraße. Es folgte ein Umzug in die Alte Gasse 38, gefolgt von einem weiteren Umzug in die Fahrgasse 87. Heute ist die Geschäftsstelle in der Münchener Straße 48 angekommen. Zunächst hatten wir in der Geschäftsstelle 1,5 Stellen besetzt, heute sind wir mit 11 Kolleginnen und Kollegen auf acht Stellen angekommen.

Der erhöhte Bedarf im administrativen Bereich geht auf unser Engagement in den schulischen Betreuungen zurück. An 11 Grundschulen übernehmen wir die Betreuung für insgesamt über 900 Kinder und bieten mit über 150 Kolleginnen und Kollegen, die hauptsächlich in Teilzeit arbeiten, ein erweitertes Lernfeld neben Schule und Familie an. Über den versorgenden Teil mit Mittagessen und Nachmittagssnack hinaus, wird viel gespielt, gebastelt, werden Turniere veranstaltet, Theater gespielt und Aufführungen für die Eltern angeboten. In den Ferienspielen während der Oster-, Sommer-,  Herbst- und Weihnachtsferien bieten die Kolleginnen und Kollegen eine Ganztagsbetreuung an, die große Herausforderungen an alle stellt. Ausflüge, Museumsbesuche und vieles mehr stehen da auf dem Programm. Hier gehört der Verantwortung, die hier insbesondere bei Bus- und Bahnfahrten übernommen werden muss, großer Respekt gezollt. Natürlich nicht nur den Kolleginnen und Kollegen in den Schulen, sondern gleichermaßen den Kolleginnen und Kollegen in den ambulanten Hilfen.

In den letzten drei Jahren arbeiteten wir intensiv daran unserem Leitbild mehr Profil und Konturen zu verleihen. Aufmerksamerem und respektvollerem Umgang miteinander und im Arbeitskontext mit Kindern, Jugendlichen und ihren Familien gaben wir in unserer konzeptionellen Weiterentwicklung hin zum dialogischen Verstehen und Arbeiten einen Rahmen. Als Kernstück im dialogischen Prozess könnte man noch genauer hinschauen, hinspüren, die Antwort nicht vorweg nehmen, sondern sich Zeit nehmen, mögliche Lösungen, Ideen ausprobierend zu betrachten, um dann etwas Neues in Beziehung und Leben entstehen zu lassen.

Das dialogische Prinzip geht auch auf Martin Buber zurück der formulierte, „Alles wirkliche Leben, ist Begegnung“.

»Ich muß es immer wieder sagen: Ich habe keine Lehre. Ich zeige nur etwas. Ich zeige Wirklichkeit, ich zeige etwas an der Wirklichkeit, was nicht oder zu wenig gesehen worden ist. Ich nehme ihn, der mir zuhört, an der Hand und führe ihn zum Fenster. Ich stoße das Fenster auf und zeige hinaus. Ich habe keine Lehre, aber ich führe ein Gespräch.«  Martin Buber (1878–1965)

Stephan Jung, Geschäftsführer fief e.V.

Veranstaltungen

Mo Di Mi Do Fr Sa So
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30

fief-Intranet